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Wuschel

hundeschule kaestl - Wuschel auf SesselIch muss euch mal meine Geschichte erzählen wobei alle immer sagen ich wäre ein sogenannter "Problemhund":
Ich, der Herr Wuschel, kam in einem Zirkus zur Welt, hier ging es mir eigentlich ganz gut so mit meinen Geschwistern, aber nach 6 Wochen kamen da zwei so Frauen und meinten, dass ich ihnen sooooo gut gefallen würde und ich sooo niedlich wäre und haben mich den Zirkusleuten einfach abgekauft. Meine Mama ist eine niedliche Malteserhündin und mein Papa, der im Zirkus auftrat, ja der ist ein Foxterrier.

Meine Frauchen sagen immer ich hätte den Dickkopf vom Vater und das empfindliche vom Malteser, wobei ich überhaupt nicht empfindlich bin, und von wegen Dickkopf - ich bin der Herr im Hause und die Frauchens sollen gefälligst nach meiner Pfeife tanzen.

Kaum war ich so etwa ein Jahr alt, da gingen die mit mir doch in eine so genannte Hundeschule. Von wegen Welpenschule oder so was, leider gab es das vor 8 Jahren noch nicht. Also, ich, der Herr Wuschel, sollte also lernen was Sitz, Platz und auch noch Fuß heißt. All diesen Mist wollte ich nicht und führte mich dann eben dementsprechend auf, mein eines Frauchen und zwar die Ingrid, der hab ich aber gezeigt was ne Harke ist. Ich hing in der Kette, kläffte, zeigte die Zähne, knurrte, und wenn das alles nicht half, dann biss ich der doch glatt in die Stiefel. Die damalige Hundetrainerin raffte das nicht, irgendwie fand die das toll und hat meist nur gelacht und gemeint: Ist halt ein Terrier. Ich war in dieser Hundeschule mit anderen großen Hunden, sogar ein Kampfhund war hier dabei, nämlich die Olga, der hab ich mal gezeigt wie sich ein Kampfhund zu benehmen hat, sie war aber leider nicht beeindruckt. Irgendwann gaben die Frauchens es dann auf mit meiner Erziehung, bis mir ein Fehler unterlief und zwar dieses Jahr im Urlaub. Ich war im Auto nur am kläffen, meine Frauchens waren schon ganz verzweifelt und vor allem die Ingrid, hielt die doch auf dem Parkplatz an, griff nach hinten an meinen Hals und meinte: Freundchen, jetzt ist Schluss. Kaum hatte die mich losgelassen, habe ich ihr aber ratz Fatz ins Handgelenk gebissen.
Heute sehe ich ja ein, dass ich das besser nicht hätte tun sollen. Kaum waren wir nämlich aus dem Urlaub zuhause, rief Ingrid sämtliche Hundeschulen im Umkreis an und wurde auch fündig. Roland Kästl sollte diese Schule sein, der traute sich zu, mich mit meinen 8 Jahren noch erziehen zu wollen. Ich sah der Sache ganz gelassen entgegen, mir kann doch keiner, aber denkste, hätte ich gewusst, was da auf mich zukommt, hätte ich vieles in meinem Leben mit Sicherheit anders gemacht.

Als erstes hat der mir mal das kläffen abgewöhnt, das ging so schnell, dass ich es überhaupt nicht mitbekommen habe. Ab sofort durfte ich nicht mehr auf das Sofa der Frauchen, geschweige noch ins Bett. Nicht dass ich keine schöne Plätzchen hätte, ich habe schließlich mein eigenes Hundesofa, zwei andere niedliche Bettchen im Wohnbereich und im Schlafzimmer habe ich ja auch noch ein Körbchen. Aber als Herr im Hause, darf ich ja auf die weichen Plätze. Leider war das ab sofort vorbei. Dann hat sich Frauchen mit mir angelegt, ich hing in der Kette und gebärdete mich wieder wie ein Kampfhund - es hat alles nichts genützt, der Roland hat meine Frauchen so unterstützt und so gute Tipps gegeben, dass ich jetzt meistens folge wie ein Lämmchen.

Die Nachbarn fragen schon andere Nachbarn, ob wir wohl ausgezogen wären, ich würde ja gar nicht mehr bellen, als ob ich jemals gekläfft hätte, verstehe ich nicht.
Trotz allem, was die mir jetzt alles abgewöhnt haben, der Roland ist eigentlich ein ganz netter Lehrer, er hat aus mir wieder einen glücklichen Hund gemacht, denn endlich muss ich nicht mehr auf die Frauchen aufpassen, die machen das jetzt nämlich selber und auf mich passen die gleich mit auf.